28 Juni 2006

Kids Blog - Spielregeln | Children, blogs and safety


Kaum eines der Kinder war noch nie im Internet. Alle haben bereits Erfahrungen mit Computerspielen und immerhin fast 10 Prozent kennen Chaträume. Sicherlich ist das alles andere als eine repräsentative Erhebung; ich hatte lediglich die Kinder der 2. Klasse gefragt, mit denen ich die blogpage mache. Aber für sieben- und achtjährige Kinder fand ich das doch schon erstaunlich viel Weberfahrung.

Darüber, wie man sich im Internet bewegt, wissen sie aber fast nichts. Sie sollten einen kleinen post über Dinge machen, die sie gerne mögen. Mehr als ein Drittel hat bei dieser Gelegenheit den Nachnamen, die Adresse und/oder die Telefonnummer angegeben. Und liebend gerne hätten sie auch Bilder von sich ins Netz gestellt. Mittlerweile haben wir gemeinam Spielregeln aufgestellt. Alle haben nicknames und wissen, dass man sich mit Webbekannten nur im Netz trifft und nicht in seinem richtigen Zuhause.

... IN ENGLISH


All kids who take part in creating our blogpage, surf sometimes in the internet or have experiences with chatrooms. On the other hand the seven or eight years old kids do not know anything about the rules of surfing. Some of them wanted to blog their names, addresses or telefonnumbers. So we first talk about important things, just like this.

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26 Juni 2006

Staudämme | building dams


Sobald der Lehm zischen den Steinen fest ist, wird das Wasser den Weg um den Damm herum nehmen und schnell einen Teil der Wiese überfluten. Wir werden zusehen, aber immer wieder auch das Bauernhaus auf der anderen Seite beobachten. Ob sich was tut, ob er kommt.

Wieviel Wasser in so einen Bach geht. Und, dass das viele Wasser wieder in den Bach zurückkommt. Ich bin fünf, vielleicht sechs Jahre alt, habe zugeschaut wie meine großen Brüder und ihre Freunde den Staudamm gebaut haben und anschließend die Wiese überschwemmen.

Bach und Wiese gehörten einem Bauern, dessen Haus auf der anderen Seite der Wiese liegt. Wieviel Meter es bis dorthin sind, weiss ich nicht. Egal, wichtig nur, genügend Zeit zu haben, wenn wir ihn kommen sehen. Für uns bestand aber nie eine wirkliche Gefahr. Selbst ich, die ich viel jünger war als die anderen, schaffte es, rechtzeitig loszulaufen.

Der größte in unserer Strasse war Rolf. Er ist bestimmt acht Jahre älter als ich. Jedesmal, wenn es unsererseits Zeit ist, nimmt er meine Hand und rennt mit mir los. Ein bisschen ein mulmiges Gefühl blieb aber immer. Der Bauer hatte nicht nur zwei große Hunde, sondern auch ein Luftgewehr. Und ich hatte Angst hinzufallen. Oder, dass Rolf mal ohne mich wegrennen würde.

Einmal, ich weiss noch, dass es im Winter war, weil der Lehm gefroren war und schlecht abdichtete, passierte es dann. Die Jungs hatten es irgendwie geschafft, den Staudamm doch dicht zu bekommen und die Wiese gewässert. Vom Bauern auf der anderen Seite keine Spur.

Als wir uns umdrehten, um nachhause zu gehen, stand er da. Dass er uns einfach den Weg abschneiden konnte, daran hatte keiner gedacht. Nicht einmal Rolf. Der Bauer war zwar noch weit weg und ich sah auch kein Gewehr. Aber, auf die andere Seite rennen, konnten wir nicht. Da war sein Haus und die Hunde.

Es blieb nur der Weg in den Wald oberhalb der Wiese. Und so rannten sie alle los. Auch meine Brüder und Rolf. Ich blieb stehen. Der Bauer kam auf mich zu. Ich hatte Angst. So oft hatten wir diese Wiese unter Wasser gesetzt. Ich glaubte, es würde wie in den Karl-May-Filmen sein.

Da spürte ich Rolf hinter mir. Er war außer Atem. Nahm meine Hand und zog mich mit. Nach unten, Richtung Dorf. Die einzige Seite, an der ein Zaun war. Rolf hob mich hoch und wollte mich drüber schieben. Vorher drehte er sich aber nochmal um, sah den Bauern in die andere Richtung, zum Wald laufen. "Komm wir gehen nachhause, es ist alles gut; die anderen kriegt der nie", sagte er dann.

In den letzten Jahren habe ich oft zugesehen wie mein Sohn mit seinen Freunden Staudämme baut. Und an diese Geschichte gedacht. Ostern sprach ich mit meinen Bruder darüber. Er kann sich an die Wiese, den Bach und den Bauern erinnern. Aber nicht an den Tag im Winter. Auch nicht an das Gewehr. Rolf ist irgendwann weggezogen. Da war ich noch Kind.

... IN ENGLISH


Building dams tells the story of a five years old girl, who's much younger than her brothers and her brothers' friends. So she's only watching them building often dams in a ditch of a farmers piece of land in the neighborhood. Afterwards she's always fascinate to look the damed water run over the farmers grassland.

The farmer is absolutely angered about the dams on his ground. But each time he is trying to take the kids to task, they run away. Because the little girl needs help, Rolf, the eldest of her brothers friends, takes her by the hand in order to bolt. But one day in winter, Rolf didn't wait for her and followed the other kids. The girls takes fright, because she's persuading herself, that the farmer will bust her with a gun. But Rolf changed his mind, came back and ran away with the little girl.

Many years later, if she's watching her little son building dams with his friends, each time she's thinking of this day in winter, her fright and especially Rolf, who helped her to confide.

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25 Juni 2006

Wir machen ein Banner | political website


Auf der Suche nach den verschiedenen Arten des Transparentmachens mit photoshop, bin ich auf websozis.de gestossen. Das versteht sich als eine "Erfahrungs-(Aus-)Tausch-Seite für sozialdemokratische WebmasterInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz". Wenn man ein komplexes Banner machen will, ein bisschen javascript code braucht oder wissen will, was Vektorgrafiken sind. Und anderes mehr.

Es gibt einen eigenen websozis-blog, der so einigermaßen aktuell ist, sich aber nicht entscheiden kann, ob er nun Webdesign-Hilfe oder Parteiblog ist. Und blogs von "der Sache" nahestehenden Menschen werden gehostet. Dort finden sich leider mal wieder auch sehr viele 'kalte blogs', die nach der Bundestagswahl nicht weitergeführt wurden. Eigene Postcasts werden auch eingestellt und es wird zur sogenannten Webseite des Monats verlinkt. Es gibt Nachrichten rund um die SPD und es gibt das soziWiki. Das hat das Ziel, "eine freie Online-Enzyklopädie rund um die Sozialdemokratie, die SPD und die Arbeiterbewegung aufzubauen".

Und, es gibt noch viel mehr. So viel, dass ich irgendwann nicht mehr weiter geschaut habe. Diese Mischung aus Hilfestellungen zum Webdesign, Parteipolitik und jedes Neue auch mal tun wollen - alles schön gemacht, aber eben zuviel und unentschieden, was man eigentlich ist. Schade, weil so ein Banner in Rot ...

... IN ENGLISH


websozis.de is a german politcal website which includes a lot of different things. First of all it assists webdesigners of the Social Democratic Party of Germany (SPD) in CSS, HTML, photoshop, etc. The members of the party can host their blogs too. Different political news-rubrics, discussion forums for webdesign and political topics are part of the webpage as well. And there is a wiki, called SoziWiki. It is for people of local groups, which shall desrcibe the history of SPD in their town. Because of so many things, the website is confusing.

Just as many political websites in germany these days, lots of blogs finished after parliamentary elections (for the Bundestag) last year. This shows once again very plainly that today there is hardly any culture of political blogs and websites in this country.

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19 Juni 2006

Max Frisch und das Staunen | Max Frisch died 15 years ago


Tagebuch 1966-1971
Originally uploaded by nennett.
»Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstimmen.«

Vor 15 Jahren ist Max Frisch gestorben; am 4. April 1991. 15 Jahre - eine Zahl, die sich für Gedenktage eignet. Aber über Max Frisch habe ich nichts gehört in dieser Zeit. Ich selbst habe es auch vergessen; so wie ich oft Geburtstage oder Namenstage vergesse.

Was ich nicht vergesse: »Mein Name sei Gantenbein«, »Stiller« und »Montauk«. Frischs Grundthema - Rolle und Wahrheit oder die vielen Wahrheiten oder die keine Wahrheit, die es vielleicht gibt. »Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält, oder ein ganze Reihe von Geschichten«, lässt er einmal eine Figur sagen. Ich glaube, es ist Gantenbein, der das sagt.

Es wird etwas erzählt, neu erzählt, wie es auch hätte sein können, anders erzählt in seinen Geschichten; die Rollen und Perspektiven wechseln immer wieder. Was wäre gewesen, wenn die Dinge ein bisschen anders gekommenn wären? Seine Menschen verstehen sich oft nicht. Am wenigsten dann, wenn sie sich etwas erklären wollen. Manchmal verstehen sie sich auch; dann reden sie meist nicht.

Zu einer Zeit, in der andere Autoren, die »therapeutisch-rechtfertigende Aufarbeitung« zwischenmenschlicher Beziehungen predigten, ging Frisch einen anderen Weg. Sein »Sein-Lassen« steht im krassen Gegensatz dazu: »Wenn man einen Menschen liebt, so läßt man ihm jede Möglichkeit offen und ist trotz aller Erinnerungen einfach bereit, zu staunen, immer wieder zu staunen, wie anders er ist, wie verschiedenartig und nicht einfach so, nicht ein fertiges Bildnis, wie du es dir machst von deiner Julika.» (»Stiller»).

All dies hat nicht die Dramatik und Katastrophenstimmung anderer Romane dieser Zeit. Die Menschen sollten und können damit leben. Diese Gelassenheit ist es, die Frisch auch ausmacht.

Einige Wochen vor seinem Tod sendete das Schweizer Fernsehen ein Interview mit ihm. Es was sein letztes. Er sagte damals, dass er alt sei und niemanden mehr habe, mit dem er seine Erinnerungen teilen könne. Und, dass es deshalb auch für ihn Zeit wäre.

... IN ENGLISH


Max Frisch died 15 years ago. Max Frisch is one of the most representative writers of the German literature in the 20th-century. He wrote about topics like search or loss of personal identitiy or trying to understand. His point of view often departs from other novelists of this days. At this time, writers has mostly been political man too; and so did Max Frisch.

His novels are worth reading: »A Wilderness of Mirrors«, »I'm Not Stiller«, »Homo Faber«, ...

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04 Juni 2006

Reboot 8.0 & Copenhagen


Amazon's user generated informations - sunshine and rain every day - iBooks and PowerBooks - bikeways, sometimes as wide as streets - renaissance and Renaissance - also fascinating times before web 2.0 - contemplation, laying on a tree log within Frederiksberg Have - helpful people as I didn't find the way - journalism and blogging - people, enthusiastic about new things - tired people - penne - colorfully painted houses - art collection closed until october - running alongside water - already antique men blogged - bed on vats - dismount from a dead horse - urban - backyards - every man is allowed to learn the ABC, not only writers - sleeping in absolutely silence - the tag cloud - children's photos today in the web; will they ratifiy it tomorrow? - 25 percentage VAT - modern design - telling bogus stories - sockets everywhere - what does "mobile" imply in fact? - affected people create networks for special issues -

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03 Juni 2006

Green-tea revolution

Today I got a a cup of marvellous tasting green-tea (Revolution Tea) at the café of Copenhagen Statens Museum for Kunst. And, it was served in a well designed so-called "Infuser Tea Bag" packed in a small box.

Unfortunately, the collections of the museum is closed until October. So I got only "tea-art" instead of "paint-art". But it was a very good compensation.

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01 Juni 2006

Bloggender Bürgermeister | blogging mayor

"Ein Einzelkämpfer bloggt gegen Nichtwähler" titelte die F.A.Z. letzten Samstag über den Bürgermeister von Eppstein. Eppstein ist eine Stadt in Hessen, genauer, im Vordertaunus mit etwa 13.000 Einwohnern (Eppstein in Wikipedia).

Ich wohne da und ich wohne gerne dort. Und, weil dieser Bürgermeister ein sehr außergewöhnlicher ist und wir seit einigen Jahren so etwas wie Freunde sind, habe ich ihm zu seiner erneuten Kandidatur eine Webseite (ralf-wolter.info) gemacht. Es ist keine klassische Webseite, es sind mehrere miteinander und ineinander verlinkte blogs. Seit einigen Tagen bloggt er jetzt. Und der Erfolg ist viel größer als wir uns das vorstellen konnten.

Ich hoffe, dass er das auch nach der Wahl am 2. Julil noch weitermacht. Es wird leider noch viel zu wenig gesehen, welche neuen Möglichkeiten der Kommunikation, gerade zwischen Politikern und Bürgern, das Web bietet. Und kaum jemand wagt wirklich damit zu experimentieren. Es gab in Deutschland eine ganze Reihe blogs von Kandidaten zur Bundestagswahl. Aber am Tag nach der Wahl war in allen mir bekannten Fällen Schluss damit. Einige Politiker chatten auch ab und an mit dem 'Wahlvolk'. Eigentlich keine schlecht Idee. Aber, was ich auch da bisher gelesen habe, war doch eher rudimentär.

... IN ENGLISH


For the major of our town (13.000 inhabitants), who is running for this function again, I created a website. (ralf-wolter.info) It is much more a sytem of linked blogs than a normal homepage. Since last week he's blogging every day. It's not only a lot of fun for him and me, it's very successful too. People like that, because they adept things about him and a majors' job and many things happened now in front of citizens eyes. There were some articles about his blog.

I hope, he will blog in future, not only until the election is gone. Blogging is an interesting thing vor politicians and it might be a new quality of nearness to the citizens. I will report about it.

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